Den Arbeitgeber überzeugen

WIE KANN ICH MEINEN ARBEITGEBER ÜBERZEUGEN?

VERHANDLUNG IST DAS A UND O

Verhandeln mit dem Arbeitgeber – hierüber findet man im Internet viele hilfreiche Artikel. Worüber man verhandelt ist letztendlich egal, ob über das Gehalt oder über eine persönliche Auszeit, die Verhaltensweisen ähneln sich sehr. Ganz nach dem Motto “der Weg ist das Ziel” ist es viel wichtiger auf die Art und Weise des Verhandelns zu achten als auf das Ergebnis.

WAS SOLLTE ICH BEI DER VERHANDLUNG VERMEIDEN?

1. EINBRINGEN FALSCHER ARGUMENTE
Die Gründe, die jemanden dazu bewegen eine persönliche Auszeit vom Job zu benötigen sind meist sehr persönlich: das Ende einer Partnerschaft, das Bedürfnis um die Welt zu reisen, das Gefühl einem Burnout zu entkommen… jedoch sind genau diese Gründe auch oft für den Arbeitgeber nicht interessant. Ganz im Gegenteil, oft wird der ehrliche Arbeitnehmer, der ehrlich ist und alle Fakten auf den Tisch legt sogar als “labil” und nicht belastbar abbestraft. Es sei daher Vorsicht angebracht, die wahren Gründe eines Sabbaticalwunsches darzulegen. Oft schneidet man sich mit der Ehrlichkeit ins eigene Fleisch. Für die Firma spielen persönliche Hintergründe meist keine Rolle, schließlich ist sie keine karitative Einrichtung.

2. SCHLECHT VORBEREITET SEIN
Das Vorbereiten plausibler Argumente und des konkreten Sabbaticalplanes sollte selbstverständlich sein. Nichts kommt schlechter an als unvorbereitet in eine Verhandlung zu starten und selber nicht ganz zu wissen, was man eigentlich möchte. Du möchtest etwas vom Gegenüber. Also solltest auch du dir vorher genaue Gedanken darüber gemacht haben was du möchtest und wie sich der Wunsch in Realität umsetzen lassen kann.

3. KEINEN KONKRETEN SABBATICAL-ZEITRAUM NENNEN
Möchte man 3 Monate, 6 Monate oder 1 Jahr pausieren? Damit die Firma die Sabbaticalpläne unterstützen und mittragen kann braucht sie einen genauen Zeitraum. Dies ist wichtig für die Vertretung (wer soll den Job übernehmen?) und viele andere Regelungen. Kann das Sabbatical in einem Zeitraum genommen werden, in dem in der Firma sowieso nicht so viel zu tun ist (meist gibt es saisonale Unterschiede). Das macht es wahrscheinlicher, dass der Arbeitgebers dem Sabbatical zustimmt.

Sich in das Gegenüber (in diesem Sinne in ihre Firma) zu versetzen hilft oft herauszufinden, was genau dem Gegenüber wichtig ist. Dem Chef kommt es nicht darauf an, ob der Mitarbeiter im Büro seine Stunden absitzt, sondern dass die Arbeit gemacht wird. Dass die Zahlen stimmen. Versuche den Sabbatical-Zeitraum soweit es geht mit den Bedürfnissen der Firma in Einklang zu bringen. Sei ebenfalls flexibel was die Dauer des Sabbaticals betrifft. Setze dir aber ebenfalls auch eine absolute Minimumdauer. Sollte der Arbeitgeber auf keinen Fall diese Minimumauszeit genehmigen, bleibt dir im letzten Schritt deinen Job zu kündigen.

4. ZU VIEL VERLANGEN
Je mehr Zeit man mit dem Arbeitgeber verbringt, desto mehr lernt man über die Möglichkeiten, aber auch Grenzen der Mitarbeiterförderung kennen. Hat die Firma schon einmal einem anderen Arbeitgeber ein Sabbatical genehmigt? Gab es schon einmal andere Mitarbeiter, die ein solches Bedürfnis angesprochen haben aber nicht erfolgreich verhandeln konnten? Sollte ein Sabbatical genehmigt worden sein, für welche Dauer? Vorbereitung hilft ungemein, um sich über die Möglichkeiten der Firma klar zu werden. Rede mit Mitarbeitern, informiere dich und höre gut hin. Oft können andere Mitarbeiter gute Tipps geben, die einem in der eigenen Verhandlung weiterhelfen können.

5. DEN ARBEITGEBER ERPRESSEN
Niemals sollte man einen Spruch wie “Entweder Sie genehmigen mir mein Sabbatical oder ich kündige!” in einer Verhandlung äußern. Mit solchen Sätzen wird der Arbeitgeber nicht nur erpresst sondern zeitgleich auch noch gedemütigt. Wichtig ist hier nicht das Ziel aus den Augen zu verlieren: Eine Einigung mit dem Arbeitgeber soll her und der Job soll nicht verloren werden. Um dieses Ziel zu erreichen müssen sich beide Verhandlungspartner mit Respekt gegenüber treten. Mündliche Erpressungen helfen leider überhaupt nicht sondern schaden nur der Verhandlungsposition. Im schlimmsten Fall wird die Firma nämlich mit einem “Dann gehen Sie doch” antworten. Und schon war der Job weg.

6. DEN FALSCHEN ZEITPUNKT WÄHLEN
Wann kann man am besten mit dem Chef verhandeln? Das kommt wie immer darauf an. Wie ist die Stimmungslage? Hat der Chef gut geschlafen? Ist er gestresst? Gibt es momentan sehr viel zu tun? Ist gerade Hochsaison?
Man sollte sich um erfolgreich zu verhandeln ebenfalls bewusst sein, wann man für die Firma am wichtigsten ist, vor oder nach einem wichtigen Projekt?

Um noch viele weitere Tipps für erfolgreiche Verhandlungen zu erreichen empfehlen wir das Buch “Deal! Du gibst mir, was ich will!” von Jack Nasher.

Wie schon beschrieben ist es nicht wichtig welches Ziel in einer Verhandlung fokussiert wird sondern die Art und Weise, wie man dieses Ziel erreicht. Leider wissen die meisten Menschen nicht viel über Verhandlungsarten. Der Wirtschaftspsychologe Jack Nasher beschreibt in seinem Buch ausführlich, wie man endlich das bekommt, was man will – durch effektives Verhandeln. Mit diesem Buch wirst du lernen, wie schon wenige Sekunden über den Verhandlungserfolg entscheiden können und wie man diese wenigen Sekunden nutzt. Das Buch bereichert den Leser mit praktischen Verhandlungsmethoden und vermittelt psychologische Techniken für erfolgreiches Verhandeln. Wenn du dieses Buch und die Verhandlungstechniken beim Gespräch anwendest sind wir davon überzeugt, dass der Chef und die Firma dem Wunsch nach einem Sabbatical nachkommen werden.

 

CHECKLISTE FÜR EINE ERFOLGREICHE SABBATICAL – VERHANDLUNG:

Folgende Punkte sollten schon vor der Verhandlung ausgearbeitet werden, um ein flüssiges Gespräch zu gewährleisten und der Firma “Arbeit bei der Planung abzunehmen”. Je mehr Lösungen man der Firma zur Verfügung stellen kann (=je weniger Arbeit man der Firma macht) desto wahrscheinlicher ist es, dass diese einem Sabbatical zustimmt.

  • Zeitpunkt der Verhandlung:
    • Wann ist der Chef am besten erreichbar? Wann ist die Stimmung gut?
    • Für den Erfolg aber ebenfalls wichtig: wann bin ich am wenigsten für die Firma ersetzbar? Wann ist es am Wahrscheinlichsten, dass die Firma mich nicht verlieren möchte?
  • Sabbatical – Planung:
    • Wann soll das Sabbatical stattfinden?
    • Für wie lange?
  • Arbeitsentlastung: Wer soll meine Arbeit in dieser Zeit übernehmen? Falls ein längeres Sabbatical geplant ist, kann jemand für diese Zeit befristet eingestellt werden? Möchte ich trotz Sabbaticals in Notfällen erreichbar sein?
  • Bezahlung: Wie soll das Sabbatical finanziert werden? Möchte ich weiterhin in dieser Zeit für die Firma angestellt bleiben? Möchte ich weiterhin Gehalt von der Firma erhalten?
  • Rückkehr in den Job nach Beendigung des Sabbaticals: Wie gestaltet sich die Rückkehr? Wird mir mein alter Job gewährleistet?

Es sollten jegliche ausgehandelten Bedingungen niedergeschrieben werden, um Unstimmigkeiten zu vermeiden und auf die bereits vereinbarten Bedingungen verweisen zu können.